Was ist Mentaltherapie?

Du beeinflusst mehr als du denkst!

Zum Teil läuft dieser Einfluss bewusst, grössten Teils jedoch unbewusst. Schon lange kennen wir die wissenschaftlichen Experimente der «self fulfilling prophecy» (sich selbst erfüllende Prophezeiung), die besagen, dass etwas Vorausgesagtes mit höherer Wahrscheinlichkeit eintrifft, als wenn etwas nicht prophezeit war. Glaubenssätze, grundsätzliche Annahmen über sich selbst und die Welt, wie beispielsweise Optimismus und Pessimismus, sind im weitesten Sinn solche Prophezeiungen.

Wir kennen auch die wirksame Macht der gezielten Intention, der aktiven Form mentaler (Selbst-) Beeinflussung, wenn diese professionell eingesetzt wird.
Unser Geist ist viel zu komplex und zu intelligent, als dass er sich von gutgemeinten, einfachen Ratschlägen, wie z.B. «Du musst nur an dich glauben» oder «Nimm’s als Herausforderung und hab’ keine Angst» oder «Du musst nur daran glauben, dass du gesund wirst, dann wirst du gesund…» überlisten und beeinflussen liesse. Hier braucht es tiefer greifende Mittel, um diese grundsätzlich nützlichen Botschaften auch tatsächlich wirksam werden zu lassen, nämlich solche die der dynamischen Komplexität unseres Geistes angemessen sind. 

In meinem Buch «Ayurvedische Psychologie - Wege zum Selbst und das Energieprinzip im Ayurveda» (Windpferd Verlag, 2011), habe ich die verschiedenen Komplexitätsstufen von Systemen erläutert und aufgezeigt, mit welchen Ansätzen wir auftretende Probleme lösen können. Bei dynamisch hochkomplexen Systemen, wie dem Geist eines Menschen, müssen wir zwangsläufig spirituelle Lösungswege beschreiten, wie z.B. Meditation, Tiefenmeditation, Trance, Visualisieren, Vokalisieren, u.v.a.m., um eine beabsichtigte Wirkung zu erzielen.

Wenn ich von «spirituell» rede, meine ich damit Glauben und Vertrauen. Spirituelle Lösungswege beziehen also die Psychologie mit ein, die mit diesen beiden Elementen arbeitet, wie beispielsweise die Personzentrierte Psychologie von Carl R. Rogers. Da steht einerseits die vertrauensvolle Beziehung zwischen Klient*in und Therapeut*in im Vordergrund aber andererseits auch der Glaube und das Vertrauen in die angewandten Methoden.

Bei der Mentaltherapie geht es darum, dass Klient*innen lernen, ihren Selbstheilungsprozess wahrzunehmen und ihm zu vertrauen. Die Klientin/der Klient erlebt in der Therapie die Wirkung von zahlreichen mentaltherapeutischen Methoden und bekommt Hinweise, wie er diese auch in seinem Alltag einsetzen und üben kann, denn das Ziel einer Therapie ist immer, dass Klient*innen möglichst schnell selbständig arbeiten können und vom Therapeuten unabhängig werden.

Eine differenzierte Mentaltherapie unterstützt jemanden darin, wahrzunehmen was ihr/sein Geist macht und diesen so zu steuern, dass er das macht, was ihr oder ihm guttut. So kann sich jemand auf anspruchsvolle Momente optimal vorbereiten, wie z.B. eine Sportlerin auf einen Wettkampf, ein Chirurg auf eine anspruchsvolle Operation, eine Studierende auf eine Prüfung oder jemand - mit Redehemmungen vor Publikum - auf einen Auftritt. Ebenso lassen sich Ängste durch Mentaltherapie bearbeiten, z.B. Versagensangst, Flugangst, Höhenangst, Prüfungsangst, Spinnenphobien…

Vor allem jedoch, können wir körperliche und psychische Selbstheilungsprozesse unterstützen und Schmerzen erträglicher werden lassen. Die Forschung und die Praxis zeigen auf, dass mentale Methoden tatsächlich eine hohe Wirksamkeit haben. Dies gilt vor allem bei psychosomatischen Beschwerden.

In der theoretisch fundeierten, jedoch praxisbezogenen Ausbildung zur Mentaltherapeutin/zum Mentaltherapeuten lernen die Absolvent*innen verschiedene mentale Wirkmechanismen auf die Selbstheilung von Klient*innen, u.a. die Macht der Intention kennen und diese gezielt einzusetzen.

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